Ratgeber › Jávea & Moraira
Der Korridor Jávea–Benitachell–Moraira ist mit Abstand der beliebteste Abschnitt der nördlichen Costa Blanca bei nordeuropäischen Käufern. Zu Recht — aber er ist auch teurer, hügeliger und touristischer, als die Fotos vermuten lassen. Das sollten Sie wissen, bevor Sie zur Besichtigung anreisen.
Drei Gründe kommen immer wieder. Erstens: das Mikroklima rund um den Montgó, den 750 Meter hohen Berg hinter Jávea, der die Region im Winter schützt und im Sommer etwas mildert — die WHO bezeichnete das Klima hier einmal als eines der gesündesten der Welt, eine Aussage, die Makler gern wiederholen, die Sie aber vor allem so lesen sollten: mild, viel Sonne, wenige Extreme. Zweitens: Es ist grün. Pinien, Weinberge und niedrige Bebauung statt der Hochhäuser von Benidorm eine halbe Stunde weiter südlich. Drittens: der Maßstab. Dörfer statt Strandpromenaden, dazu eine große, etablierte internationale Gemeinschaft — Tausende Niederländer, Belgier, Briten und Deutsche leben hier —, ohne dass daraus eine Expat-Enklave ohne Spanier geworden wäre. Die Kehrseite: Diese Beliebtheit steckt im Preis, und im Juli und August ist es überall voll.
Jávea (valencianisch: Xàbia, ±28.000 Einwohner) besteht faktisch aus drei Ortskernen, jeder mit eigenem Preisniveau und eigenem Publikum:
An Infrastruktur fehlt es nicht: Gesundheitszentrum, Supermärkte (darunter ein großer Consum und ein Mercadona) und internationale Schulen in der Nähe wie das Xàbia International College und die Lady Elizabeth School (Cumbre del Sol/Benitatxell) — relevant, wenn Sie mit Kindern auswandern. Außerhalb der Ortskerne wohnen Sie in Urbanisationen auf den Hügeln: schöner Blick, aber für alles brauchen Sie das Auto.
Moraira (Gemeinde Teulada-Moraira, ±11.000–15.000 Einwohner je nach Saison) ist der vornehmere, stillere Nachbar. Keine Hochhäuser, ein Yachthafen, ein kompaktes Zentrum mit Dorfcharakter und die fotogene Bucht von El Portet mit ihrem geschützten Strand. Das Publikum ist im Schnitt älter und kaufkräftiger; pro Quadratmeter zahlen Sie hier in der Regel mehr als in Jávea. Der Nachteil: Außerhalb der Saison schließen mehr Betriebe als in Jávea, und das Angebot unter 400.000 € ist dünn.
Zwischen beiden Orten liegt Benitachell (El Poble Nou de Benitatxell) und darüber die große Urbanisation Cumbre del Sol: Klippenhäuser mit spektakulärem Meerblick und Neubauprojekte. Der Blick ist echt, aber machen Sie sich über den Rest nichts vor: Sie sitzen auf einem Berg, zu allem müssen Sie fahren, die Straßen sind steil und kurvig, und Teile der Urbanisation wirken außerhalb der Saison leer. Wer Meerblick über Fußläufigkeit stellt, findet hier eines der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse im Korridor.
| Typ | Indikation |
|---|---|
| Wohnung (2 Schlafzimmer) | ab ±200.000 €, am Meer deutlich mehr |
| Einsteigervilla (älter, renovierungsbedürftig) | ±400.000–500.000 € |
| Villa mit Meerblick / neueren Datums | schnell 600.000 € – 1 Million €+ |
Das sind Angebotspreis-Indikationen, keine Wertgutachten; von Straße zu Straße kann es stark abweichen. Rechnen Sie zusätzlich mit etwa 12–14 % Kaufnebenkosten — die ITP in der Comunidad Valenciana liegt seit Juni 2026 bei 9 % — siehe den Kostenratgeber und rechnen Sie Ihre eigene Situation mit dem Rechner durch.
Vom Flughafen Alicante sind es ±1 Std. 15 Min., von Valencia ±1 Std. 30 Min., beides über die AP-7. Ein Auto ist praktisch unverzichtbar. Achten Sie bei der Wahl einer konkreten Lage vor allem auf das, was man an einem sonnigen Besichtigungstag leicht übersieht:
Wie der Kauf danach Schritt für Schritt abläuft, lesen Sie im Ratgeber zum Kaufablauf.
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